Prof. Dr. Wilhelm Kreutz wird 70 Jahre alt

Am 11. Mai 2020 wird der stellvertretende Vorsitzende des Mannheimer Altertumsvereins von 1859, apl. Prof. Dr. Wilhelm Kreutz, siebzig Jahre alt. Der Altertumsverein gratuliert seinem unermüdlich tätigen 2. Vorsitzenden und wünscht ihm alles erdenklich Gute.

Wilhelm Kreutz wurde als Sohn eines Lehrers und seiner Gattin am 11. Mai 1950 in Beindersheim/Pfalz geboren. Nach Schulbesuch und Abitur am Carl-Bosch-Gymnasium in Ludwigshafen am Rhein studierte er von 1970 bis 1976 an der Universität Mannheim die Fächer Germanistik, Geschichte und Politische Wissenschaften, schloss das Studium mit dem 1. Staatsexamen für das höhere Lehramt ab und promovierte 1982 mit einer in der Forschung sehr gut aufgenommenen Dissertation über „Die Deutschen und Ulrich von Hutten. Rezeption von Autor und Werk seit dem 16. Jahrhundert“ – einer bis heute nicht überholten rezeptions- und mentalitätsgeschichtlichen umfassenden Studie. Danach war er von 1978 bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschulassistent am Historischen Institut der Universität Mannheim und habilitierte sich 1992 mit einer als Ganzes noch nicht gedruckten Habilitationsschrift „Revolution–Reform–Reaktion. Regierungspolitik und Parlamentarismus im nachmärzlichen Bayern.” Von 1991 bis 1993 war er als Bearbeiter des Forschungsprojekts „Bruch oder Kontinuität? Zum Wandel von Staat und Gesellschaft des pfälzischen Raums im Zeichen von Aufklärung, Französischer Revolution und Empire“ an der Universität Mannheim tätig und vertrat von 1993 bis 1995 die C 4-Professur für Geschichte der Neuesten Zeit an der Universität Rostock, um anschließend von 1997 bis 2000 das DFG-Forschungsprojekt „Jüdische Identitäten zwischen Aufklärung, Französischer Revolution und napoleonischer Restauration im rheinisch-pfälzischen Raum“ an der TU Darmstadt und der Universität Mannheim zu bearbeiten. Seit 1992 Privatdozent, wurde Wilhelm Kreutz 2014 zum außerplanmäßigen Professor für Neuere Geschichte an der Universität Mannheim ernannt.

Nachdem er bereits von 1974 bis 1978 als Nebenlehrer für das Fach Deutsch an einer Berufsschule tätig gewesen war und von 1976 bis 1983 als Dozent für deutsche Literatur, Geschichte und Landeskunde bei den Internationalen Ferienkursen der Universitäten Mannheim und Heidelberg sowie 1977 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter des damaligen Stadtarchivs Mannheim gewirkt hatte, entschloss er sich 2002 hauptberuflich in den höheren Schuldienst des Landes Baden-Württemberg einzutreten. In Mannheim war er am humanistischen Karl-Friedrich-Gymnasium als wegen seiner humanen Art sehr beliebter und als äußerst kompetent eingeschätzter Lehrer und Kollege und zugleich seit 2008 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2014 als Fachberater für Geschichte des Regierungspräsidiums Karlsruhe in der Lehrerfortbildung, für den Landesbildungsserver und als Vorsitzender im Wissenschaftlichen Staatsexamen für das Fach Geschichte tätig. Im Nebenamt lehrt er sehr erfolgreich über den Eintritt der Altersgrenze hinaus an der Universität Mannheim.

Er ist Mitglied zahlreicher historischer Vereine und Arbeitsgemeinschaften, seit 2014 Vorsitzender der Hambach-Gesellschaft und ebenfalls seit 2014 Stellvertretender Vorsitzender des Mannheimer Altertumsvereins von 1859 – Gesellschaft der Freunde Mannheims und der ehemaligen Kurpfalz. In unserer Gesellschaft entfaltete er eine ebenso weit gespannte und ausgedehnte wie segensreiche Tätigkeit als sehr geschätzter Vortragender, Autor und sehr gewissenhafter Redakteur der „Mannheimer Geschichtsblätter“. Der Mannheimer Altertumsverein, in dessen Vorstand er eine wichtige Aufgabe erfüllt, ist ihm für seine vielfältigen Aktivitäten zu großem Dank verpflichtet.

Als Wissenschaftler publizierte Wilhelm Kreutz neben seinen zeitaufwändigen Tätigkeiten, zum Teil auch gemeinsam mit Kollegen und Freunden, als Autor und Herausgeber über hundertfünfzig Bücher, Sammelbände und wissenschaftliche Aufsätze. Zu den weit ausgreifenden Interessen von Wilhelm Kreutz gehören die Südwestdeutsche Aufklärung und die Freimaurerei, denen er einen viel beachteten Band gewidmet hat, die Französische Revolution und ihre Folgen für Deutschland, Vormärz und Revolution von 1848/49, besonders auch die Geschichte der Kurpfalz, für die er unermüdlich als Autor und Vortragender in der gesamten links- wie rechtsrheinischen Kurpfalz tätig ist, die deutsch-französischen Beziehungen nach dem Ersten Weltkrieg; ein besonderes Anliegen ist ihm die deutsch-jüdische Geschichte und ganz besonders die der pfälzischen Juden, dazu die Kulturpolitik in der Weimarer Republik und im Dritten Reich, die Rezeption des Reformationszeitalters und Friedrichs II. von Preußen und nicht zuletzt die Geschichte Mannheims. Über sie hat er zusammen mit Hermann Wiegand eine „Kleine Geschichte“ verfasst. Prominent beteiligt war er auch an mehreren Publikationen zur Geschichte des Mannheimer humanistischen Karl-Friedrich-Gymnasiums und seiner jüdischen Schüler. Immer wieder kam und kommt er in Publikationen und Seminaren auf den historischen Film als Quelle zu sprechen, immer wieder auch kehrt er zu seinen wissenschaftlichen Anfängen zurück und äußert sich zu Ulrich von Hutten und seiner Rezeption.

Als Persönlichkeit, Forscher, Publizist und Vortragender bereichert Wilhelm Kreutz die Arbeit des Mannheimer Altertumsvereins in ganz erheblichem Maß. Wir wünschen dem treuen Freund seit vielen Jahren und Kollegen alles Gute für seine künftige Arbeit und vor allem in diesen Zeiten Gesundheit, so dass er mit seiner Gattin noch viele erfreuliche Jahre erleben kann.

Mannheim, im Mai 2020

Im Namen des Vorstandes

Prof. Dr. Hermann Wiegand

 

Aufgrund der Corona-Krise müssen die Vorträge und Veranstaltungen des Mannheimer Altertumsvereins leider bis auf Weiteres ausfallen. Wir hoffen, unser Programm im Herbst 2020 wiederaufnehmen zu können und wünschen Ihnen bis dahin alles Gute – Bleiben Sie gesund!

Rätselhefte für Kinder jetzt auch online

Die Rätselhefte zur Ausstellung „Versunkene Geschichte. Archäologie an Rhein und Neckar“ in den Reiss-Engelhorn-Museen gibt es jetzt auch zum Download.

Zur Kinder- und Jugendseite des MAV

 

„Üppiger Lesestoff zu einer sehr spannenden Epoche der Stadtgeschichte“ – Mannheims Belle Époque. Tanz und Taumel einer Epoche

Der Mannheimer Morgen (MM 07.04.2020) stellt die neueste Sonderveröffentlichung der Mannheimer Geschichtsblätter vor:

Zum Artikel

 

„Standardwerk für alle Geschichtsinteressierten“ – Die Kurpfalz im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648)

Die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ 12.03.2020) bespricht den Tagungsband zum Ladenburger Kolloquium im Herbst 2018:

Zum Artikel


Neuerscheinung!

Die Kurpfalz im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648). Beiträge des Ladenburger Kolloquiums (22./23. November 2018), hg. von Jörg Kreutz, Wilhelm Kreutz und Hermann Wiegand (Bausteine zur Kreisgeschichte, 12), Heidelberg 2020, 388 S.

Nähere Informationen und Inhaltsverzeichnis

Ab sofort in der MAV-Geschäftsstelle erhältlich

Mitgliedspreis: 20,00 €

Bestellformular

 

„Deutsch-Französische Geschichte(n)“

Neues Veranstaltungsprogramm für das 1. Halbjahr 2020

Der Mannheimer Altertumsverein von 1859 hat vor einem Jahr am deutsch-französischen Tag, einen Kooperationsvertrag mit dem Institut Français Mannheim, dem MARCHIVUM, den Reiss-Engelhorn-Museen, dem Lehrstuhl für Spätmittelalter und Frühe Neuzeit der Universität Mannheim und dem Kreisarchiv Rhein-Neckar-Kreis geschlossen.

Der kulturelle Austausch zwischen Frankreich und der Rhein-Neckar-Region hat eine lange und wechselseitig fruchtbare Tradition. Über Kriege und schwere Zeit hinweg hat er immer wieder das Verbindende und das Gemeinsame gestärkt. Im Geiste dieser Tradition haben sich die Kooperationspartner des Programms „Deutsch-Französische Geschichte(n)“ zusammengefunden, um sie zu bewahren, an sie zu erinnern und sie weiter zu beleben.

Hier können Sie sich das Veranstaltungsprogramm von Februar bis Juli 2020 herunterladen.

 

Neuerscheinung

Ab sofort können Sie an der Kasse im Museum Zeughaus C5 die jüngste Neuerscheinung der Sonderveröffentlichungen der Mannheimer Geschichtsblätter erhalten:

Andreas Krock: Mannheims Belle Époque. Tanz und Taumel einer Epoche

War Mannheim zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine Großstadt fast amerikanischer Ausprägung? Viele Erfinder und Firmengründer, junge Arbeiter, emanzipierte Frauen und betuchte Damen suchten hier ihr Glück. Andreas Krock verwebt in dem umfänglich bebilderten Band deren Biografien mit den Wandlungen dieser Zeit zu einem äußerst aufregenden Kapitel Stadtgeschichte.

Die Entwicklung von der ehemaligen Residenzstadt zur aufstrebenden Industrie- und Wirtschaftsmetropole zwischen 1870 und 1914 erscheint wie ein Kaleidoskop unterschiedlicher positiver und negativer Facetten. Das Image der Industriestadt haftet Mannheim bis heute an. Doch war es damals gerade dessen enorme Antriebskraft und die damit verbundene Aufbruchsstimmung, die die Stadt an Rhein und Neckar zu etwas ganz Besonderem machten. Erscheinungsbild, Kulturleben, Vergnügungsangebot und Außenwahrnehmung profitierten in erheblichem Maße davon, bis der Erste Weltkrieg eine jähe Zäsur setzte.

Museumsausgabe: 20,00 €

Vortragsreihe MAV 2019/20 Die Vortragsreihe des Mannheimer Altertumsvereins mit spannenden Vorträgen zur lokalen und regionalen Geschichte sowie zur Archäologie und Kunstgeschichte. Die Vortragsreihe startet am 19. September 2019. Das ausführliche Programm liegt ab sofort in den Reiss-Engelhorn-Museen aus oder Sie können sich den Flyer hier herunterladen.

Vortragsreihe MAV 2019/20

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Geschichte des Vereins

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Der Mannheimer Altertumsverein wurde 1859 zum Zweck der wissenschaftlichen Erforschung der Mannheimer Stadtgeschichte und der kurpfälzischen Landesgeschichte in Form von Grabungen und der Sammlung von “Altertümern” gegründet. In den 1920er Jahren erhielt der Verein Bestände aus dem städtischen Besitz und legte damit den Grundstock für die Sammlungen der Reiss-Engelhorn-Museen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein als “Gesellschaft der Freunde Mannheim und der ehemaligen Kurpfalz” neugegründet. Eine ausführliche Chronologie zur Vereinsgeschichte finden Sie hier.

Unser Vorstand

Prof. Dr. Hermann Wiegand

Vorsitzender

Prof. Dr. Wilhelm Kreutz

2. Vorsitzender

Prof. Dr. Alfried Wieczorek 

2. Vorsitzender

Gerald Rehn

Schatzmeister

Prof. Dr. Hermann Wiegand

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Prof. Dr. Wilhelm Kreutz

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Als Mitglied einer der traditionsreichsten deutschen Gesellschaften unterstützen Sie historische und kulturelle Programme und profitieren gleichzeitig von

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ermäßigten Museumsbesuchen bei den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

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Exkursionen zu Sonderaustellungen und historisch interessanten Orten

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anregenden Vorträgen mit neuesten Erkenntnissen zu kultur-historischen Themen

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Exklusive Einladungen zu Eröffnungen und Sonderveranstaltungen der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

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