„Deutsch-Französische Geschichte(n)“

Der Mannheimer Altertumsverein von 1859 hat am 22.01.2019, dem deutsch-französischen Tag, einen Kooperationsvertrag mit dem Institut Français Mannheim, dem MARCHIVUM, den Reiss-Engelhorn-Museen, dem Lehrstuhl für Spätmittelalter und Frühe Neuzeit der Universität Mannheim und dem Kreisarchiv Rhein-Neckar-Kreis geschlossen.

Der kulturelle Austausch zwischen Frankreich und der Rhein-Neckar-Region hat eine lange und wechselseitig fruchtbare Tradition. Über Kriege und schwere Zeit hinweg hat er immer wieder das Verbindende und das Gemeinsame gestärkt. Im Geiste dieser Tradition haben sich die Kooperationspartner des Programms „Deutsch-Französische Geschichte(n)“ zusammengefunden, um sie zu bewahren, an sie zu erinnern und sie weiter zu beleben.

 

Die gemeinsamen Veranstaltungen mit unseren Kooperationspartnern bieten Ihnen die Gelegenheit, „Deutsch-Französische Geschichte(n)“ in der Rhein-Neckar-Region in vielfältiger Weise kennenzulernen.

 

Vorträge    Lesungen    Buchvorstellungen    Ausstellungen    musikalische Darbietungen

Feste zu deutsch-französischen Ehrentagen und Jubiläen

 

Veranstaltung

Vortrag am 17.11.2022 / Museum Zeughaus C5 / Florian-Waldeck-Saal / 19 Uhr

Prof. Dr. Wilhelm Kreutz, Mannheimer Altertumsverein von 1859 – Universität Mannheim

Zwei Wege der Emanzipation? Zur rechtlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung der Juden in Frankreich und Deutschland im langen 19. Jahrhundert (1789 – 1914)

Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Antisemitismus sowohl in Deutschland als auch in Frankreich weit verbreitet. Doch wie war dies möglich? Denn die Unterschiede der Emanzipationsprozesse rechts und links des Rheins konnten kaum größer sein. Hier der mühsame und mit vielen Schikanen gepflasterte Weg zur völligen Gleichstellung, die erst mit der Reichsgründung 1871 erreicht wurde – dort das am 27. September 1791 von der Nationalversammlung verabschiedete liberal-demokratische Emanzipationsdekret, das alle französischen Juden zu gleichberechtigten „citoyens“ erklärte. Der Vortrag zeigt, dass die Unterschiede – fragt man nach der gesellschaftlichen Gleichstellung und Integration – schrumpfen: juristische und gesellschaftliche Emanzipation gingen hier wie dort keinesfalls Hand in Hand.